Julia Rheinberger holt beim Weltcup in Schönried erstmals Weltcuppunkte

Die Weltcup-Snowboarder der FIS standen in den letzten beiden Tagen in Schönried im Einsatz. Erstmals fuhr auch Julia Rheinberger (Lie) mit den <<Grossen>> mit und vermochte sich gleich in den Weltcup-Punkterängen zu klassieren.

von Piero Sprenger

Schönried, Wohnort des Schweizer Ski-Stars Michael von Grünigen, ist in dieser Saison die einzige Station der Weltcup-Snowboarder in der Schweiz. Deshalb lag es nahe, dass die Liechtensteinerin Julia Rheinberger in den letzten beiden Tagen den Weg ins Berner Oberland in Kauf nahm,

um erstmals im Weltcup auf Punktejagd zu gehen. Auf dem Programm standen die olympische Disziplin Riesenslalom sowie der von Morzine (Fr) übernommene Parallelslalom. Mangels Schnee musste die am zweiten Renntag geplante Halfpipe-Konkurrenz abgesagt werden.

Rang 48 im Riesenslalom

Julia Rheinberger war sich durchaus bewusst, dass es für sie schwer wird, ein Top-Resultat zu erzielen, schliesslich startete sie zum ersten Mal im Weltcup. Nervös sei sie jedoch nicht gewesen, allerdings sei der Unterschied zu regionalen Rennen doch erheblich, wie sie sagte. <<Zum einen ist das Teilnehmerfeld viel grösser und die Konkurrenz dementsprechend stärker, zum anderen sind die Zeitabstände geringer. Dass heisst, der kleinste Fehler wirft dich in der Rangliste weit zurück.>>

Mit Platz 48 konnte die 16-jährige Vaduzerin bereits bei ihrem Weltcup-Debüt Punkte ergattern. Die drei Zähler sind hinsichtlich der Startnummer wertvoll. <<Ich hoffe, dass ich an anderen Rennen weiter vorne starten kann. In Schönried bekam ich die letzte Startnummer, und das ist ein Handicap. Ich habe mir allerdings auch nicht zu viel erwartet, denn beim ersten Weltcupeinsatz geht es darum, Erfahrungen zu sammeln.>> Beim gestrigen Parallel-Slalom lief es Rheinberger nicht mehr so gut und sie schied bereits in der Qualifikation zu den Finalläufen aus. <<Slaloms bin ich noch nicht so oft gefahren, deshalb war dieses Rennen als Standortbestimmung gedacht.>>

Olympia 2002: <<Die Qualifikation wird hart>>

Mit dem ersten Weltcupeinsatz und drei erzielten Punkten hat Julia Rheinberger einen erster Anfang gemacht. Für die junge Vaduzerin, die für die Rennen in Schönried, im Gegensatz zu den meisten Konkurrentinnen (Profis), extra schulfrei machen musste, gilt es in Zukunft, weitere Weltcupeinsätze zu bestreiten. Fernziel sind die Olympischen Spiele 2002 in Salt Lake City. Laut Rheinberger sind die Chancen, bei Olympia dabei zu sein, aber eher gering. <<Die Qualifikation ist kein Zuckerschlecken. Um die eine Hürde zu nehmen, hätte ich in Schönried beispielsweise 19. werden müssen. Eine solche Platzierung wäre bereits hervorragend, bei meinem derzeitigen Formstand jedoch unrealistisch.>> Der jungen Vaduzerin bleibt aber noch genügend Zeit, ist sie doch erst 16 Jahre jung.

FIS-Weltcup in Schönried:

Riesenslalom:

Männer: 1. Stefan Kaltschütz (Ö) 1:36,48. 2. Stephen Copp (Sd) 1:37,44. 3. Nicolas Huet (Fr) und Daniel Biveson (Sd) 1:37,79. 5. Walter Feichter (It) 1:37,89. 6. Christopher J. Klug (USA) und Alexander Maier (Ö) je 1:38,07. 8. Tomaz Knafelj (Sln) 1:38,31. 9. Dieter Krassnig (Ö) 1:38,63. 10. Markus Ebner (De) 1:38.64. Frauen: 1. Marion Posch (It) 1:46,62. 2. Natalie Desmares (Fr) 1:46,67. 3. Sondra Van Ert (USA) 1:46,74. 4. Margherita Parini (It) 1:47,48. 5. Isabel Zedlacher (Ö) 1:48,19. 6. Anna Kaltiainen (Fi) 1:48,26. Ferner: 11. Karine Ruby (Fr) 1:49,19. 34. 48. Julia Rheinberger (Lie). - 55 Teilnehmerinnen.

Parallel-Slalom:

Männer: 1. Dejan Kosir (Sln). 2. Jasey Jay Anderson (Ka). 3. Nicolas Huet (Fr). 4. Richard Richardsson (Sd). 5. Markus Ebner (De). 6. Felix Stadler (Ö). Frauen: 1. Karine Ruby (Fr). 2. Nina Schlegel (Ö). 3. Heidi Renoth (De). 4. Margherita Parini (It). 5. Carmen Ranigler (It). 6. Rosey Fletcher (USA). Nicht für das Finale der besten 16 qualifziert: Julia Rheinberger (Lie).

Stand im Weltcup:

Nach 5 Rennen. Männer: 1. Huet 3450 Punkte. 2. Kosir 3230. 3. Mathieu Bozzetto (Fr) 2595. Frauen: 1. Ruby 3600. 2. Fletcher 2580. 3. Ranigler 2510.

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