Ein Talent im Vormarsch

Wieder nur um Haaresbreite verpasste Julia Rheinberger bei ihrem zweiten Weltcupeinsatz unter die Top-60 des Klassements zu fahren. In Kronplatz (It) gewann sie mit dem 48. Rang drei weitere Weltcuppunkte.

Von Andrea Kobelt

Fünfmal muss sich Julia Rheinberger bei einem Weltucprennen unter den besten 60 Prozent des Starterfeldes rangieren, will sie sich für die Olympischen Spiele von Salt Lake City im kommenden Jahr qualifizieren. Zweimal hat sie dies in den vergangenen zehn Tagen knapp verpasst. Doch die Leistungen der 16-jährigen Schülerin sind beachtlich. Nur gerade drei Sekunden verlor sie am Mittwoch auf die Siegerin Marion Posch aus dem Südtirol, nur zweieinbalb Sekunden fehlten für den Sprung in die besten zwanzig Fahrerinnen des Klassements.

Geringer Zeitrückstand

Die Piste war beim Start recht steil, doch dies stellte für Julia Rheinberger kein Problem dar. <<Schon beim Besichtigen hatte ich das Gefühl, dass mir der Lauf recht gut taugt>>, erzählte sie gestern. Mit dem 48. Rang (dem selben wie vor einer Woche in Schönried/ Gstaad) gewann die Snowboarderin weitere drei Weltcuppunkte.

<<Körperlich ist Julia noch nicht so weit wie ihre Gegnerinnen. Die Zukunft wird es zeigen, ob sie es noch weiter nach vorne schafft>>, sagt die Mutter von Julia Rheinberger. Trainer Guido Kölbener ist beinahe ein bisschen stolz auf seine Athletin: <<Ich habe ihr schon zugetraut, dass sie so weit vorne mitfahren kann.>> Aber der geringe Rückstand auf die Spitzenathletinnen überrascht auch ihn.

Saisonziel bereits erreicht

Mit den beiden Weltcupeinsätzen in dieser und letzter Woche hat Julia Rheinberger ihr Saisonziel eigentlich bereits erreicht. <<Jetzt lassen wir sie ein bisschen ausatmen>>, sagt Trainer Kölbener. Am Sonntag wird Julia Rheinberger zusammen mit den anderen Liechtensteiner Snowboardern im Regio-Cup in Elm zum Einsatz kommen. <<Sie wird sicherlich wieder aufs Podest fahren>>, lacht Kölbener. Trainer und Athletin werden danach zusammen die weiteren Renneinsätze planen. <<Ich möchte Julia nicht überfordern, denn die Doppelbelastung Schule/Sport ist schon gross>>, sagt Kölbener und Julia Rheinberger pflichtet ihm bei. Interessant wären aber sicherlich Weltcupeinsätze Anfang Februar in der Stadt München (D) und eine Woche später in Berchtesgaden (D). <<Ich glaube, dass Julia bei einem weiteren Weltcupeinsatz erstmals unter die ersten sechzig Prozent der Rangliste fährt>>, schaut Guido Kölbener optimistisch nach vorne. Ob Julia Rheinberger aber an weiteren Weltcuprennen startet, hängt auch mit den Leistungen vom Schaaner Michael Laghi zusammen. Er wird am kommenden Wochenende einen FIS-Parallelslalom im italienischen Valere bestreiten und will dort die geforderten 14 Punkte für einen Weltcupeinsatz erreichen.

Erfolgsmeldung der Freestyler

Eine Erfolgsmeldung gibt es auch aus dem Lager der Liechtensteiner Freestyler zu vermelden. Der 18-jährige Ruggeller Robert Büchel beteiligte sich an der bluewin-flysection in Rapperswil. Vor 8'000 Zuschauern wusste der Freestyler zu begeistern und erreichte den zwölften Rang von insgesamt vierzig Teilnehmern. Damit verpasste er den Finaldurchgang der besten zehn nur knapp. Für Büchel ist dies seine bis anhin beste Saisonplatzierung.

Weltcuprennen in Kronplatz (It): Parallel-Riesenslalom der Männer:

1. Christopher Klug (USA). 2. Gilles Jaquet (Sz). 3. Ueli Kestenholz (Sz).

Parallel-Riesenslalom der Frauen: 1. Marion Posch (It). 2. Carmen Ranigler (It). 3. Lidia Trettel (It). Ferner: 9. Ursula Bruhin (Sz). 10. Steffi von Siebenthal (Sz). 48. Julia Rheinberger (Lie).

Der Weltcupstand: Männer nach sechs Rennen:

1. Nicolas Huet (Fr) 3770 Punkte. 2. Dejan Kosir (Sln) 3590. 3. Mathieu Bozzetto (Fr) 2835. Ferner: 16. Jaquet (Sz) 940. 22. Kestenholz (Sz) 600.

Frauen nach sechs Rennen: 1. Karine Ruby (Fr) 4100. 2. Carmen Ranigler (It) 3310. 3. Rosey Fletcher (USA) 3030. Ferner: 21. von Siebenthal (Sz) 490. 85. Rheinberger 6.

© by Liechtensteiner Vaterland