Snowboarder Laghi will erstmals Preisgeld

Michele Laghi ist morgen, Freitag, zum zweiten Mal in dieser Saison im Weltcup im Einsatz. Nach dem Frust über die Nicht-Qualifikation für die Olympischen Spiele in Salt Lake City hat sich der Schaaner neue Ziele gesteckt.

Mit Michele Laghi Sprach Andrea Kobelt

Nach seinem ersten Weltcupeinsatz Mitte Dezember in Laax konzentrierte sich der Schaaner Michele Laghi auf den Europacup. Dabei klassierte er sich mit einem 35. respektive 39. Rang zwar im ersten Drittel der Rangliste, zufrieden war er aber nicht. Jetzt hofft er, im Weltcup bessere Resultate zu erzielen.

Michele Laghi, bei Ihrem letzten Weltcupeinsatz in Laax hatten Sie unheimliches Pech.

Michele Laghi: Ja, wegen eines Fehlers in der Schlussphase des Rennens verlor ich eine halbe Sekunde und mit dem 39. Rang einen Platz im Feld der besten 24 Fahrer.

Jetzt wollen Sie erstmals Preisgeld gewinnen, das heisst, sich unter den besten 24 Fahrern klassieren.

Michele Laghi: Ja, auf jeden Fall, denn ich weiss, dass dies auch in Laax möglich gewesen wäre.

Welche Faktoren tragen entscheidend dazu bei, dass Sie Ihr Ziel erreichen?

Michele Laghi: Ich muss mit meiner Fahrt ans Limit gehen, viel riskieren. Einfach nur hinunterfahren bringt nichts. Im Weiteren hoffe ich auf so wenige Fehler wie möglich. Doch im Snowboard bringt im Moment noch niemand einen fehlerfreien Lauf ins Ziel. Mit einem blöden Rutscher handelt man sich gleich einen Zeitverlust von bis zu einer Sekunde ein.

In Laax hat Ueli Kestenholz mit zwei Sekunden Vorsprung auf seinen nächsten Verfolger gewonnen. Wieviel Rückstand dürfen Sie sich einhandeln, um noch ein gutes Resultat zu erzielen?

Michele Laghi: Eine oder zwei Sekunden Rückstand sind im Snowboard nicht viel. Aber ich will natürlich so wenig wie möglich verlieren.

Also fahren Sie morgen ein gutes Resultat heraus?

Michele Laghi: Ich freue mich sehr auf diesen Event. Die IFS-Rennen sind immer etwas Besonderes. Bei diesen Rennen muss man noch richtig carven, bei den FIS-Rennen wird eher direkter gefahren.

Ihr Team hat Niederlagen zu verdauen. Weder Sie noch ihre Teamkollegin Ursula Bruhin konnten sich für die Olympischen Spiele in Salt Lake City qualifizieren.

Michele Laghi: Ich hoffe, dass Ursula Bruhin noch an die Olympischen Spiele nach Salt Lake City reisen kann. Sie ist zweifache Weltmeisterin und wurde in der laufenden Weltcupsaison bereits zweimal Sechste. Die Österreicher und auch Italiener haben aus meiner Sicht bessere Selektionskriterien als die Schweizer. Die Olympia-Teilnehmer werden erst nach dem letzten Rennen am 27. Januar bestimmt. Somit gehen diejenigen Snowboarder und Snowboarderinnen nach Salt Lake City, die kurz vor Olympia in bester Verfassung sind. Meine persönliche Nicht-Selektion habe ich ziemlich schnell verdaut. Langes Studieren hat keinen Sinn. Ich habe mir die Weltmeisterschaften im kommenden Jahr als neues Ziel gesteckt. Jetzt heisst es, so viele Punkte wie möglich zu sammeln, damit ich mich auch in der Startliste nach vorne arbeiten kann.