Aus für Laghi in der Qualifikation

Negative WM-Ouvertüre für den Liechtensteiner Snowboarder Michele Laghi in Kreischberg (A). Bereits in der Quali des WM-Parallel-Riesenslaloms schied der Schaaner als 44. aus, nachdem er einen krassen Steher verzeichnet hatte.

Mit 43,38 Sekunden stellte der Schweizer Simon Schoch die Bestzeit auf der Piste <<Artemis>> auf. Mit 10,32 sec. Rückstand verpasste Laghi die Achtelfinals deutlich, ein <<Beinahesturz>> beraubte den Schaaner seiner Chancen. <<Ich habe super losgelegt; bis zum ersten Flachstück lief es denn auch rund. Ich riskierte viel und bin an einer Stange angehängt. Schliesslich hat es mich überdreht und in der Folge bin ich stehen geblieben. Ohne Schwung ging es in das Flachstück, sodass ich erst wieder Tempo gewinnen musste>>, ärgerte sich der Liechtensteiner, der gut unterwegs gewesen wäre.

<<Steher ausgerechnet im Flachstück>>
<<Doch ausgerechnet im Flachstück verlor ich mit meinem Steher meine Chancen, wo ich ansonsten meine grössten Stärken ausspielen kann. Der Steher/Sturz hat mir gemäss Videoaufzeichnungen rund sieben Sekunden Verlust gekostet. Ich hätte mein Ziel erreichen können>>, ärgerte sich Laghi allemal. <<Als ich meine Zeit und den Fehler analysierte, ist mir die Enttäuschung so richtig bewusst geworden.>> Michele Laghi musste sich denn auch nichts vorwerfen, denn er wollte nicht auf Durchkommen fahren und musste gewisse Risiken auf sich nehmen. Er ist nach am Samstag bestärkt worden, als er mit den schnellsten Kanadiern gut mithalten konnte. <<Einige SMS aus der Heimat haben mich bestens für den Wettkampf stimuliert>>, freute sich Laghi über die Unterstützung aus seinem Umfeld.

WM-Silber für Simon Schoch
Nicht der Schweizer Olympiasieger Philipp Schoch, sondern dessen Bruder Simon setzte den ersten Schweizer Glanzpunkt. Der 24-jährige Alpin-Spezialist gewann hinter dem fehlerfreien Dejan Kosir (Sln) Silber. Kosir unterlaufe halt eben kaum einmal ein Lapsus, stellte Simon Schoch mit leichtem Bedauern fest. <<Und ich habe im Finale erst im zweiten Run gezeigt, wozu ich wirklich fähig bin. Nur das trübt meinen Medaillengewinn leicht.>>

Laghi startet im Slalom
Heute werden die Wettkämpfe mit dem Damen-Riesenslalom fortgesetzt. Bereits morgen, Dienstag, wird Laghi den Parallel-Slalom bestreiten. <<Der Slalom ist nicht meine Paradedisziplin>>, macht sich der Liechtensteiner keine grossen Hoffnungen, der sich jedoch mit dem Gedanken trägt, eventuell am spektakulären Boardercross-Rennen vom kommenden Sonntag teilzunehmen. <<Wenn brutale Sprünge eingebaut sind, verzichte ich indes auf eine Teilnahme>>, ist sich Michele Laghi der Risiken dieser für die Zuschauer höchst attraktiven Disziplin bewusst. Zuerst wird er sich im Training ein Urteil von der Strecke machen. <<Alle Topfahrer im Boardercross mussten schon schwere Verletzungen in Kauf nehmen>>, gibt Laghi zu bedenken.

Snowboard. FIS-WM
Kreischberg-Murau (A). Parallel-Riesenslalom. Männer: 1. Dejan Kosir (Sln). 2. Simon Schoch (Sz). 3. Nicolas Huet (Fr). 4. Mathieu Bozzetto (Fr). 5. Sigi Grabner (A). 6. Gilles Jaquet (Sz). 7. Christopher J. Klug (USA). 8. Simone Salvati (It). Im Achtelfinal ausgeschieden: 9. Harald Walder (A). 10. Philipp Schoch (Sz). 11. Peter Thorndike (USA). 12. Richard Rikardsson (Sd). 13. Jérôme Sylvestre (Ka). 14. André Grütter (Sz). 15. Markus Ebner (De). 16. Rok Flander (Sln).

Qualifikation: 1. Simon Schoch 43,38. 2. Huet 0,17 zk. 3. Grabner 0,48. 4. Jaquet 0,76. 5. Walder und Kosir je 0.90. 7. Salvati 1,18. 8. Klug 1,23. 9. Philipp Schoch 1,24. 10. Thorndike 1,40. Ferner ausgeschieden: 44. Michele Laghi (Lie) 10,32. Gestürzt: Urs Eiselin (Sz).